Selva Bananito Lodge

Selva Bananito Lodge – Leben im Regenwald

EIN MUSICAL IN DER TROPENNACHT

DESTINATION, Schweizer Reise- und Nachrichtenmagazin, Winter/Frühjahr 2005 / 2006, page 102 – 104
Wer sich zum ersten Mal einen Weg durch den tropischen Urregenwald bahnt, spuert mit all seinen psychischen und koerperlichen Sensoren die Atmosphaere einer neuen Welt. Dies mag  ein schockartiges Gluecksgefuehl sein, wie es ein Bergsteiger erlebt, der erstmals auf dem Gipfel eines Viertausenders steht oder wie bei einem Taucher, der es geschafft hat, in die endlosen Tiefen der Wunderwelt eines Korallenriffs abzutauchen. Alle drei, der Entdeckungsfreudige im Regenwald, der Bergsteiger ueber den Wolken und der Taucher in den Tiefen des Ozeans haben eines gemein: Weil sie ihre angestammte Umwelt verlassen haben und in eine Sphaere mit neuen, ungewohnten Lebensbedingungen eingetreten sind, erleben sie eine prickelnde, abenteuerliche Herausforderung. Diese ist gepaart mit einem grenzenlosen Naturerlebnis, das ein vibrierendes Lebensgefuehl auszuloesen vermag.

Niemand wird vergessen, wie er in der Selva Bananito Lodge mitten im tropischen Regenwald Costa Ricas des Nachts auf der Terrasse seines Cabins sass und das Schauspiel der Tropennacht auf sich wirklen liess: Scharf  zeichnet sich die Kulisse der Auslaeufer der Cordillera de Talamanca gegen die sich draeuenden Gewitterwolken ab. Immer wieder leuchten sie in mattem Rot, wenn sich in ihnen die Blitze entladen. Der auf-und abschwellende Singsang der Grillen, Zikaden und Insekten  orchestriert in den Baumkronen ein naturechtes Musical, zu dem tausende von Gluehwuermchen mit ihrem hellen Lichtschweif durch die Luft tanzend ein Ballettfeuerwerk in das Schwarz der Tropennacht projizieren. Die Gerueche von Moos, Moder und Feuchtigkeit, die Duefte von Orchideen, Kraeutern und Blaettern dringen mit der frischen Nachtluft  tief in die Lungen ein und beleben den Geist.

Traum und Realitaet vermischen sich im Halbdunkel der Tropennacht und vermitteln dem Betrachter des Naturschauspiels das angenehme Gefuehl der Leichtigkeit des Seins.

Die Selva Bananito Lodge, einzigartiger Ausgangspunkt fuer die Erkundung des tropischen Regenwalds, bietet den Gaesten Ruhe, unmittelbaren Kontakt zur Natur  und die Moeglichkeit, den Regenwald auf Tuchfuehlung zu erkunden und Wissenswertes ueber ihn zu erfahren. Sie liegt auf der karibischen Seite Costa Ricas am Fusse des Cerro Muchila in der Provinz Limón. Zu erreichen ist die Anlage in anderthalb Stunden Fahrt mit einem Allradfahrzeug ueber eine holprige Naturstrasse in suedwestlicher Richtung von der Provinzstadt Limón aus. Bei starken Regenfaellen kommen Pferde zum Einsatz. Der Cerro Muchila ist der oestlichste Vorsprung der Cordillera de Matama  und gehoert damit zu Costa Ricas suedlichstem Gebirgszug der Cordillera de Talamanca, die Teil des costaricanisch – panamesischen  Biosphaerenreservats “
La Amistad” ist. Dieses zusammenhaengende Schutzgebiet  besteht hauptsaechlich  aus dem internationalen Park “La Amistad” und verschiedenen angrenzenden Reservaten , die insgesamt eine Flaeche in der Groessenordnung der Kantone Graubuenden und Tessin ausmachen. Dieser Gruenstreifen, der Costa Rica von Ost nach West ueberspannt , gehoert zu den am wenigsten erforschten Gebieten des Landes.

KEIN LICHT, KEIN TELEFON, ABER RUHE UND ROMANTIK

Die Selva Bananito Lodge ( www. Selvabananito.com ) ist ein Familienbetrieb, der zu einem Drittel von der Einwandererfamilie Stein labdwirtschaftlich genutzt wird. Die Lodge selber wird von der zweiten Generation, den Geschwistern Juergen und Sofia Stein, betrieben. Die Bungalows stehen in einem aufgelockerten Laubwald auf einem Huegel. Auf der einen Seite schlaengelt sich der Bananitofluss durch sein  Tal mit Weiden, Plantagen und Aufforstungen der Farm. Hier bietet sich das Beobachten einer vielgestaltigen Vogelwelt an. Auf der anderen Seite streift der Blick von den Terrassen der Bungalows ueber den Hoehenzug  Muchila und die Biosphaere “La Amistad”. Die Bungalows sind im karibischen Stil auf Stelzen gebaut. Das hilft, bodennahe Einfluesse wie Feuchtigkeit und Insekten einzudaemmen. Der Hauptweg von den Bungalows bergab fuehrt direkt zur “Rancho”, dem Haupthaus. Im oberen Teil betreten die Besucher einen  nach allen vier Seiten offenen Speiseraum, eine kleine Bar und eine Bibliothek. Vom unteren  Teil der “Rancho” dringt heiteres Gelaechter aus der Kueche herauf, wo fleissige Haende schmackhafte einheimische Mahlzeiten zubereiten.

Besonders romantisch sind die Abendessen bei Kerzenlicht. In der Selva Bananito Lodge gibt es weder Elektrizitaet noch Telefon, dafuer um so mehr Romantik und Ruhe. Bungalows und “Rancho” sind ausschliesslich aus natuerlichen unbehandelten Materialien aus der Umgebung gebaut. Die Anlage gehoert zu den wenigen Lodges, die aktiv zum  Schutz der Natur beitragen. Zu keiner Zeit wird eine gewisse limitierte Anzahl von Touristen ueberschritten, die das Reservat besuchen duerfen. Die Familie Stein leitet auch eine Non-Profit-Stiftung, die Fundación Cuencas de Limón, die in der Region fuer den Schutz der Wassereinzugsgebiete des tropischen Regenwalds und bei der Durchfuehrung von oekologischen Bildungsprogrammen eine fuehrende Rolle spielt.. Von der Lodge aus koennen die Gaeste mit Pferden ausreiten, die Umgebung auf bestimmten Pfaden mit dem Bike erkunden oder mit einem Fuehrer auf  Vogelbeobachtung, zu Wasserfaellen oder tief in den Regenwald gehen. 

Erlebniswert:       *****
Service:                ****
Preis / Leistung:   *****
Komfort:              ***